Pläne für Boulodrome 2.0

 

Pläne für Boulodrome 2.0

Publikation: General-Anzeiger Bonn+25.01.2018

SV Menden will seine Boulebahnen erweitern

Sankt Augustin  Der Sportverein Menden will sein Boulodrome erweitern. Die zehn bestehenden Bahnen reichen nicht mehr aus.

Redakteur: Martina Welt
Fotos: Martina Welt

Ausgeklügelte Wurftechniken, taktische Finessen: Ein wenig magisch scheint den Boule-Sport zu sein. Denn wer einmal vom „Virus“ infiziert wurde, kommt nicht mehr davon los. Und weil das so ist, reichen die zehn Boulebahnen, die 2015 im Stadion in Menden eröffnet wurden, schon nicht mehr aus.

Bei der Eröffnung der Boulebahnen 2015 waren sich Peter Fey und Stefanie Jung, der Ehrenvorsitzende und die Vorsitzende des Fördervereins vom SV Menden, noch sicher: „Eigentlich dachten wir, dass der Boulodrome mit seinen zehn Bahnen auf drei Spielfeldern der Schlussbaustein in der Menden-Sieg-Arena wäre“.

Das hat sich jedoch als gründlicher Irrtum herausgestellt, denn die zehn Bahnen reichen bei Weitem nicht mehr aus, wenn der Geschäftsführer des Vereins der Freunde und Förderer des SV Menden 1912, Werner Janßen, unter dem Titel „Unser Ort spielt Boule“ zum Turnier einlädt.

2017 gab es deshalb erstmals neben dem Turnier zu Beginn der Mendener Sportwoche zusätzlich am Ende der Veranstaltung noch einmal ein Kräftemessen mit hohem Spaßfaktor auf den Boulebahnen.

Auch die Mitgliederzahl des Fördervereins ist mit der Attraktion für Boulespieler am Rande der Fußballfelder sprunghaft von 50 auf heute 198 gestiegen. Damit alle Interessenten auch in Zukunft Boule spielen können, wann sie wollen, planen die Aktiven des Fördervereins um Vorsitzende Jung, noch weitere zehn Bahnen auf der benachbarten Wiese zu bauen. Wie schon im Jahr 2015 wird Peter Fey auch bei dem aktuellen Neubauprojekt die Leitung übernehmen.

„Wir haben im vergangenen Jahr bei der Stadt angefragt und dort eine Zusage bekommen, die Fläche für einen symbolischen Betrag pachten zu können“, berichtet Fey. Jetzt müssen Spenden akquiriert werden, denn für freiwillige Leistungen wie Boulebahnen, darf die verschuldete Stadtkasse nicht herhalten. 6000 Euro hat der Förderverein vorgelegt, 20 000 Euro müssen es am Ende sein, bevor dann der erste Spatenstich gemacht werden kann.

Mit dem Projekt Boulodrome soll zum einen der Hauptverein SV Menden gefördert werden. „Das klappt gut“, sagen die Verantwortlichen, denn fast alle Boulespieler sind auch Mitglied im Förderverein und zahlen einen Jahresbeitrag von zwölf Euro. Auch die Förderung des Breitensports Boule, dem Spiel, das vor allem in südeuropäischen Ländern beheimatet ist, soll mit dieser erweiterten Anlage intensiviert werden. Als dritten wichtigen Grund für den Ausbau nennt Stefanie Jung die Nachhaltigkeit, denn viele Boulespieler nutzen nach getaner „Arbeit“ das benachbarte Vereinsheim zum Schwatz bei einer Erfrischung.

„Man erlebt beim Boulespielen Entspannung an der frischen Luft, durch die Auslosung ist man immer mit unterschiedlichen Spielern im Team und lernt so neue Leute kennen“, fasst Fey die Vorzüge des Sports zusammen. Einer Liga wollen die Spieler in Menden, die aktuell meist zwischen 50 und 80 Jahre alt sind, nicht beitreten. „Uns ist wichtig, dass jeder mitspielen kann, ganz gleich, ob er körperliche Beeinträchtigungen hat oder nicht“, betont Jung auch den Gedanken der Inklusion.

Geplant sind auch Projekte mit den Schulen. Noch in diesem Jahr sollen sämtliche Vereine in der Stadt von der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Karnevalsverein zu einem Bouleturnier eingeladen werden. „Bei allen Aktivitäten im Boulodrome steht die Geselligkeit im Vordergrund“, so Jung. Dabei hätten sich die Spieler als außerordentlich wetterfest erwiesen und auch im Schnee versucht, ihre Kugeln möglichst nah an das Schweinchen zu werfen.

Sollten die Spenden rechtzeitig auf den Konten des Fördervereins eingehen, soll im April mit dem Erweiterungsbau begonnen werden. Besonderheit der neuen Bahnen wird sein, dass sie mit unterschiedlichen Belägen wie Steinen, Kies oder Split aufwarten und auch nicht komplett plan sind, sondern sich in das vorhandene Gelände einfügen. „Das ist dann auch für erfahrene Spieler noch eine neue Herausforderung“, erläutert Fey.